Schrammelwoche KW4 mit Black Lips, CLAMM und Pisse

Fans des Schrammelrocks, hier ist die zweite Ausgabe unserer Platten der Woche für das Jahr 2020. Dieses Mal mit gleich zwei alten Bekannten, nämlich den Black Lips und Pisse sowie den Newcomern CLAMM. Viel Spaß!

Black Lips – Sing In A World That’s Falling Apart (Fire Records)

Nach dem ganz netten, aber irgendwie unterm Strich recht müden „Satan’s Graffiti or God’s Art?“ melden sich die Black Lips mit frischer kreativer Energie zurück. Auf „Black Lips Sing In A World That’s Falling Apart“ (genialer Albumtitel!) haben sie ihren schrammeligen Garagensound von einst mit ordentlich Twang und Country-Swagger versehen. Stücke wie „Rumbler“ oder „Angola Rodeo“ sind einfach richtige geile Schunkler, die deutlich machen, dass mit den Bekloppten aus Atlanta nach all den Jahren immer noch zu rechnen ist.

CLAMM – Beseech Me

Aussie-Punk ist weiter unaufhaltsam auf dem Vormarsch – was soll man auch machen angesichts dieser dämlichen Regierung? „Beseech Me“ ist das Debüt des jungen Trios CLAMM aus Melbourne, das sich in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch zehn Songs wütet. Anders als die Party-Vokuhilas von Amyl & The Sniffers oder The Chats meinen es CLAMM aber ernst und wettern gegen Gewalt, Materialismus und den Zustand ihres Landes in Flammen. Starke erste Platte!

Pisse – LP (Phantom Records/Harbinger Sounds)

Fast wie aus dem Nichts sind die Theremin-Punks aus Hoyerswerda wieder da! Nach einigen sporadischen EPs gibt es Pisse endlich wieder auch in Albumlänge. Wobei Länge vielleicht etwas irreführend ist: Auf der neuen LP „LP“ ist nämlich keines der zehn Lieder länger als zweieinhalb Minuten. Tempowechsel und Texte sind wie immer gleichermaßen irre – „aber super CO2-Bilanz“!