Schrammelwoche KW46 mit Big Bite, Die Cigaretten, Platinum Boys

Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album, Compilation oder EP – jede Woche haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Diese Woche mit Big Bite, Die Cigaretten und Platinum Boys.

Big Bite – Trinity (Pop Wig Records)

Ursprünglich mehr ein Nebenprojekt von Happy Diving, scheint Big Bite mehr und mehr zum Haupt-Act von Frontmann Matt Berry zu werden. Hier ist nämlich schon das zweite Album „Trinity“, während wir von den fantastischen Happy Diving schon ziemlich lange nix mehr gehört haben. Ist aber halb so wild, man könnte nämlich sagen, dass Big Bite mehr und mehr klingen wie erstere: Berrys Stimme und seine Art, zutiefst kathartische Songs aufzubauen, sind sowieso unverkennbar und obendrein verwendet die Band aus Seattle jetzt auch noch den Signature-Gitarren-Sound von Happy Diving, der praktisch zu 100 Prozent aus purem, glorreichem Fuzz besteht.

Platinum Boys – Raw Romance (Dusty Medical Records)

Quasi ohne wat Bescheid zu sagen haben unsere Darlings, die Platinum Boys, bereits im Oktober eine neue Platte rausgehauen, die wir hier dringend nachliefern müssen. Auch „Raw Romance“ setzt wieder auf die Stärken des party-erprobten Quartetts aus Milwaukee: halsbrecherische Geschwindigkeit hinter der Schießbude, Thin-Lizzy-Riffs und ein latenter Country-Einschlag, der das Ganze unerklärlicher erst so gut macht. Kann man nur hoffen, dass unsere Boys bald wieder den Komet aufmischen.

Die Cigaretten (La Pochette Surprise Records)

Mit ihrem Debüt „Vibe Ride“ schicken sich Die Cigaretten (wahre Kenner sagen „Die Sssigaretten“) an, die neuen Stars auf unserem Lieblingslabel La Pochette Surprise zu werden: Die Platte verbindet auf furiose Weise Post-Grunge, Punkrock und Wave und dazu schreibt Sänger Michi schlaue und witzige Texte. Obendrein klingt die Platte auch noch ganz hervorragend – was will man mehr? Hier und da gibt es zwar einen kleinen Ausfall wie den Closer „Stabiler Hate-Song“, vor allem aber gibt es Knaller wie „Bombe“ oder „Typen mit Girls“ – und den immer noch viel zu unbekannten Superhit namens „Pillen“.