Schrammelwoche KW36 mit Cassels, Frankie Cosmos, Tennis System

Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album, Compilation oder EP – jede Woche haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Diese Woche mit Cassels, Frankie Cosmos und Tennis System.

Cassels – The Perfect Ending (Big Scary Monsters)

Dass die junge Generation ordentlich die Schnauze voll davon hat, was ihre Eltern- und Großelterngeneration so veranstaltet (hat), ist spätestens mit Fridays for Future klar geworden. Kein Wunder also, dass Themen wie der Klimawandel oder neoliberales Wirtschaften auch wieder vermehrt Eingang in Kunst und Musik finden. So wird auf “The Perfect Ending”, dem zweiten Album von Cassels, kompromisslos abgerechnet und der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten. Musikalisch unterlegt das junge britische Brüderpaar das Ganze mit schrammeligem Post-Punk und einem gekonnten Wechselspiel aus krawalligem Noise und dezenten ruhigen Parts.

Frankie Cosmos – Close It Quietly (Sub Pop)

Ich muss gestehen, ich hatte Frankie Cosmos nach der letzten Platte schon ein wenig abgeschrieben. Der volle Bandsound stand den Songminiaturen von Greta Kline für meinen Geschmack nicht so gut zu Gesicht. Insgesamt gab es dann doch eher nur noch „more of the same“. „Close It Quietly“ hingegen hat mich positiv überrascht und ist mit tollen Songs wie „Rings (On A Tree“) oder „Windows“ ein starkes Plädoyer dafür, manchen Bands eben doch noch mal eine Chance zu geben. Einziges Manko: Das Album ist einen Tick zu lang.

Tennis System – Lovesick (Graveface Records)

2016 haben wir Tennis System zum ersten Mal bei einem Festival entdeckt. Seitdem ist es ihnen leider nicht gelungen, ihren krachigen, superenergetischen Live-Sound auf Platte zu bannen – bis jetzt. „Lovesick“ schafft es endlich, das Potenzial des Trios aus Los Angeles einzufangen. Und das besteht ganz klar in der Verbindung zwischen dröhnendem Shoegaze und wuchtigem Punk, die so nur wenige Bands hinbekommen. Das erinnert natürlich an Lilys (wo ja auch der Bandname herstammt), aber immer wieder auch an die Smashing Pumpkins – nur eben alles doppelt so schnell und mit noch mehr Fuzz – geil.