Schrammelwoche KW12 mit American Football, Black Lung, Ex Hex, Maulgruppe, The Murlocs, The Tough Shits

Oh Mann, so viel neues Geschrammel! Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album, Compilation oder EP – jede Woche haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Heute mit American Football, Black Lung, Ex Hex, Maulgruppe, The Murlocs und The Tough Shits!

American Football – American Football (Polyvinyl)

Ist das noch Schrammelrock? Natürlich nicht. Hier gibt’s keinen einzigen Fuzz-Effekt und auch die vertwinkelten Gitarren von einst sind lange verschwunden. Sogar „das Haus“ ist weg. Trotzdem ist American Football um die Kinsellas wieder ein wunderschönes Album gelungen. Die Themen darauf sind natürlich nicht mehr der College-Kids-Herzschmerz von einst , sondern eben stattdessen der Erwachsenen-Herzschmerz von heute, mit dem man scheinbar auch (oder gerade) als Midwest-Emo-Legende zu kämpfen hat. Nur das Duett mit Hayley Williams (motherfucking Paramore!?), das können wir nicht durchgehen lassen.

Black Lung – Ancients (Noisolution)

„Ancients“ ist die dritte Platte von Black Lung und die hat es in sich: tight, groovy, hypnotisch. Ein bisschen Doom, ein bisschen Psych, vor allem aber superfetter Rock-Sound (die Becken!) und eine Stimme, die in diesem Genre ihresgleichen sucht, zeichnen das Stoner-Rock-Trio aus Baltimore aus. Demnächst auch live in Deutschland!

Ex Hex – It’s Real (Merge)

Fünf Jahre ist es her, dass uns Ex Hex mit ihrem Kracherdebüt „Rips“ verzückten und scheinbar mal eben so eine der besten Platten des Jahres 2014 aus dem Handgelenk schüttelten. Jetzt ist endlich der Nachfolger da – und wir sind schon wieder ganz verzaubert. Auch „It’s Real“ steckt voller Rock’n’Roll-Hits. Im Unterschied zu „Rips“, nimmt das Power-Trio um Mary Timony aber hier und da mal das Tempo raus und motzt das Ganze dafür mit einer großen Portion 80er-Stadion-Rock-Sound auf. Insgesamt gibt es hier vielleicht ein bis zwei Knaller weniger, dafür gibt es mehr zu entdecken!

Maulgruppe – Tiere in Tschernobyl (Major Label)

Zurecht wird der Name Jens Rachut (Angeschissen, Oma Hans, Dackelblut und viele viele mehr) selten ohne Zusätze wie “Punk-Urgestein” oder “Punk-Legende” erwähnt. 2019 ist eben jener Rachut mit seiner neuen Formation Maulgruppe (gemeinsam mit Mitgliedern von Yass, Ten Volt Shock) zurück und die liefert mit “Tiere in Tschernobyl” eine der interessantesten deutschsprachigen Releases des bisherigen Jahres ab. Musikalisch trifft düster treibender Electro-Punk auf Wave, Noise und Post-Punk, der sich stoisch in die Gehörgänge des Konsumenten schraubt. Zentrales Element sind natürlich auch bei Maulgruppe die Rachutschen Texte, die uns erwartungsgemäß mit einer amtlichen Portion Gesellschaftskritik und Wut entgegen gebellt werden.

The Murlocs – Manic Candid Episode (Flightless Records)

Während sich King Gizzard & The Lizard Wizard nach ihrem wahnsinnigen 2017 scheinbar wenigstens ein kurze kreative Pause gegönnt haben, haben Ambrose Kenny-Smith und Cook Craig (u.a. Harmonica und Gitarre bei KG&TLW) einfach mit den Murlocs an einem Album geschraubt. Auch auf „Manic Candid Episode“ versuchen sich die Australier wieder den Kategorisierungen zu entziehen und springen gekonnt zwischen Garagen-Rock, Blues und Soul. Herausgekommen ist dabei ein sehr kurzweiliges Album, das mit seinen jangligen Sixties-Anleihen perfekt zum Frühlingsanfang passt.

The Tough Shits – Burning In Paradise (Burger Records)

Schön schrammeliges Power-Pop- meets Garage-Punk-Quartett aus Philadelphia. „Burning In Paradise“ ist eine super Gute-Laune-Platte und mal wieder ein tolles Fundstück von unserem Lieblingslabel Burger Records. #orderoftheburger