Schrammelwoche KW4 mit Pascow, Better Oblivion Community Center, The Exbats, Mike Krol, Mozes And The Firstborn

Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album, Compilation oder EP – jede Woche haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Heute mit Pascow, Better Oblivion Community Center, The Exbats, FIDLAR, Mike Krol und Mozes And The Firstborn.

Platte der Woche:

Pascow – Jade (Rookie Records)

“Jade” von Pascow gehört vermutlich zu den sehnlichst erwarteten, deutschsprachigen Punkrock-Alben des Jahres, wenn wir das Livealbum von Turbostaat hier mal ausblenden. Spätestens nach dem knalligen “Silberblick & Scherenhände” und dem ruhigen, unter Fans durchaus polarisierenden “Wunderkind” als Vorab-Singles, stieg die Spannung, was uns die Herren aus Gimbweiler auf ihrem sechsten Album soundtechnisch zu bieten haben. Nach kurzem Prolog marschieren Pascow mit “Silberblick & Scherenhände” und “Jade” druckvoll nach vorne, um wenig später mit Songs wie “Marie”, “Unter Geiern”, “Schmutzigrot” oder eben “Wunderkind” auch mal gekonnt auf die Bremse zu treten oder einen schmissigen Off-Beat in den Ring zu werfen. Jade ist Geballer und Melodie, Linkssein ohne langweilige Standard-Parolen und die richtige Portion Wut und Liebe, um sich zu einem beeindruckenden Gesamtwerk zusammenzufügen.  

Und sonst so

Better Oblivion Community Center – Better Oblivion Community Center (Dead Oceans)

Faustdicke Überraschung zur Wochenmitte: Wie aus dem Nix kommt mit Better Oblivion Community Center eine kleine Supergroup mit dem vielleicht besten Bandnamen der letzten drei Jahre daher. Auf ihrem gemeinsamen Album schrammeln sich die beiden Indie-Darlings Phoebe Bridgers und Conor Oberst (Fame of Emogame.com) im Duett durch zehn Americana-Songs und entwickeln dabei eine ganze eigene Harmonie. Da muss man sich echt fragen, warum keiner mal früher auf die Idee gekommen ist, die zwei zusammen in ein Studio zu stecken und sie erst wieder rauszulassen, bis eine Platte dabei herausgekommen ist.

The Exbats – E Is For Exbats (Burger Records)

Ein weiteres Kleinod auf unserem Lieblingslabel! The Exbats kommen aus dem 5000-Einwohner-Örtchen Bisbee in Arizona, das seit den 60er Jahren beliebte Heimat unter Hippies und Freaks jeder Art ist. Ob das wohl etwas mit der Nähe zur mexikanischen Grenze zu tun hat? Das Vater-Tochter-Duo macht schnörkellosen Schrammelrock mit einfachsten Mitteln, aber maximalem Ohrwurmfaktor. Mehrstimmiger Gesang und augenzwinkernde Hits wie „Everybody Loves My Mom“ und „Bucky Barnes“ über den Sidekick von Captain America unterstreichen erneut das Gespür der Burger-Boys für Schrammelrocks‘ finest.

Mike Krol – Power Chords (Merge)

Nach seinem Hit-Album „Turkey“ von 2015 und eine existenzielle Krise später ist Mike Krol zurück – und wie! Klang der Vorgänger noch ein wenig wie ein Weezer-Coveralbum durchs Telefon gesungen, haut „Power Chords“ mit elf krachenden Garage-Punk-Monstern richtig auf die Kacke. Krol hat seine (quäkig-verzerrte) Stimme und seinen eigenen Sound gefunden und bringt obendrein noch hochkarätige Gäste mit: zum Beispiel Allison Crutchfield von Swearin‘ und John Schmersal von Brainiac.

Mozes And The Firstborn – Dadcore (Burger Records)

Für Dadcore ist ja eigentlich Malte der Experte. Nichtsdestotrotz: Nach dem eher mittelmäßigen „Great Pile Of Nothing“ von vor drei Jahren finden die Niederländer Mozes And The Firstborn auf ihrem dritten Album zu alter Form zurück. Die neue Platte ist vielleicht einen Zacken weniger schrammelig als Hits wie „I Got Skills“ von einst, dafür aber witzig und abwechslungsreich. Kann man machen! Anspieltipp: „Blow Up“.

Dude York – Happy In The Meantime EP(Hardly Art)

Dude York aus Seattle veröffentlichen zwei neue Songs und packen sie zusammen mit den letztjährigen Singles “Moon” und “What Would You Do If You Had Some Money Now?” auf eine EP. Nehmen wir, würden uns aber auch über einen neuen Longplayer freuen.