Schrammelfreitag KW47/48 mit Art Brut, Catch As Catch Can, Priors, Washer & Bethlehem Steel

Nach Maltes vortrefflicher Urlaubsvertretung ist der Onkel endlich aus den großen Ferien zurück und schon kommt es wieder zu Verzögerungen. Dennoch: Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album, Compilation oder EP – jeden „Freitag“ haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Heute mit Art Brut, Catch As Catch Can, Priors, Washer & Bethlehem Steel.

Platte der Woche: Priors – New Pleasure (Slovenly Recordings)

Ist Slovenly Recordings schon unser neues Lieblingslabel? Vielleicht. Mit „New Pleasure“ von den Priors aus Montreal hat das Label aus Reno jedenfalls mal wieder eine Garagenpunk-Sensation am Start, die einen so schnell nicht wieder loslässt. Irgendwo zwischen Mind Spiders und Meat Wave gibt es hier eine gute halbe Stunde lang auf die Fresse. Natürlich ist die Band nicht gänzlich unbekannt – immerhin stecken Leute u.a. von Sonic Avenues dahinter.

Und sonst so

Art Brut – Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out! (Alcopop! Records)

Als Art Brut vor 100 Jahren mit Hits wie „Formed A Band“ und „My Little Brother“ auf den Plan traten, erschienen sie mit Eddie Argos‘ schräger Stimme und den stakkatoartig hingebellten Lyrics wie ein nicht ganz ernst gemeinter Novelty Act im Indie-Disco-Zirkus der mittleren Nullerjahre. Wer hätte gedacht, dass von all diesen Bands (ja, ich gucke in eure Richtung, Franz Ferdinand, Bloc Party und Maximo Park) ausgerechnet Art Brut nicht in der völligen Bedeutungslosigkeit versinken und nochmal ein richtig spaßiges Album abliefern? Das liegt vor allen an Argos charmanten Texten, in denen er sich zum ersten Mal hauptsächlich selbst auf die Schippe nimmt.

Catch As Catch Can – Regular Vanilla (Alien Snatch Records)

Catch As Catch Can haben uns bei der Burger Invasion 2018 überzeugt. Fand man bis zuletzt auf ihrem Bandcamp einige wenige durchwachsene Aufnahmen von 2015 bis 2017, so ist jetzt endlich das Debütalbum da. Und das hat es in sich. „Regular Vanilla“ ist vollgestopft mit schrammeligen Garagenpunk-Hits wie „69“, „Age Of Coming“ oder „Blitzkrieg Kotz“. Nicht unbedingt superoriginell, aber wen interessiert das schon? Radiohead könnt ihr woanders hören!

Washer / Bethlehem Steel Sllit 7″ (Exploding In Sound)

Zwei tolle Bands zusammen auf einer 7″ mit je einem neuen Song und je einem gegenseitigen Cover. Washer stehen dabei mehr für den Low-Fi-Schrammel-Pop-Part, Bethlehem Steel für groovigen Post-Grunge. Das haben die Leute von Exploding In Sound mal wieder gut hinbekommen.