Schrammelfreitag KW45 mit J Mascis, The Men, Savak und boygenius

J Mascis

Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album, Compilation oder EP – jeden Freitag haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Heute mit

Platte der Woche: J Mascis – Elastic Days (Sub Pop)

Wenn J Mascis eine Gitarre in die Hand nimmt, kann eigentlich kaum etwas schiefgehen. Für die neue Soloplatte „Elastic Days“ greift der Amerikaner dann wieder mal zur Akustischen und haut ein paar schöne Songs raus, die uns mit einem Hauch von Melancholie durch graue Herbsttage tragen werden. Stärker als auf den letzten Soloplatten findet J auf „Elastic Days“ auch immer wieder Platz für vergniedelte Gitarrensoli, wie wir sie sonst eher von den Dinosaur Jr Platten kennen. Ansonsten zieht er stoisch sein Ding durch. The both of worlds sozusagen.

Und sonst so

The Men – Hated: 2008-2011 (Sacred Bones)

Hört man sich die letzten Alben von The Men an, trifft man auf ein buntes Potpourri aus Punkrock, Classic Rock und Country. Dabei galt die Band aus Brooklyn Ende der 2000er ursprünglich als eine der spannedesten Noise-Punk Bands jener Zeit. Zwar hat der Stilwechsel nicht allen Fans geschmeckt, wovon sich The Men jedoch eher unbeeindruckt zeigten. Mit „Hated: 2008-2011“ gibt es nun eine Compilation aus eben jener Noise-geprägten Zeit. Die Aufnahmequalität und Mixe haben größtenteils Demo-Charakter, was ich persönlich etwas schade finde, da in einigen der Songs Potential für mehr steckt.

Savak – Beg Your Pardon (Ernest Jenning Record Co.)

Savak aus Brooklyn machen Garage Rock, den sie mal mit einer Prise Noise oder Hardcore anreichern oder mit einer Runde jazzigen Bläsern untermalen. Doch keine Sorge, hier dreht es sich nicht um arty Songs langweiliger Kunststudenten. In erste Linie schrammelt „Beg Your Pardon“ deutlich ambitionierter vor sich her als die beiden Vorgängeralben.

Boygenius – Boygenius EP (Matador)

Gefühlt befinden wir uns gerade in einem Golden Age für hervorragende weibliche Songwriterinnen. Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus sind drei davon und haben mit ihren Soloalben die Messlatte auf enorme Höhe gelegt. Unter dem Namen Boygenius haben sie nu eine gemeinsame EP bei Matador Records veröffentlicht. Das Songwriting ist überzeugend und spiegelt den jeweilige Style der drei wieder. Mit sechs Songs und 21 Minuten Spielzeiten ist das Vergnügen leider sehr kurz geraten.