Schrammelfreitag KW35 mit IDLES, KEN Mode, Leto., Muncie Girls, Thou

Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album oder EP – jeden Freitag haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Heute mit IDLES, KEN Mode, Leto., Muncie Girls und Thou.

IDLES – Joy As An Act Of Resistance (Partisan Records)

Auf ihrer zweiten Platte bewegen sich IDLES soundmäßig einen Tick weiter Richtung Post-Punk und klingen plötzlich fast ein bisschen wie die großen Protomartyr. Das liegt vor allem daran, dass „Sänger“ Joe Talbot nicht mehr nur kläfft wie ein englischer Straßenköter, sondern hier und da auch mal über eine Melodie stolpert und tatsächlich singt (Highlight: „I’m Scum“)! Dadurch sind IDLES sehr viel abwechslungsreicher und machen sogar noch mehr Bock als vorher.

KEN Mode – Loved (Season Of Mist)

Die Krachveteranen KEN Mode liefern verlässlich, aber nicht vorhersehbar erneut eine ordentliche Klatsche zwischen Post-Hardcore und Noise-Rock ab. Der Titel kann dabei eigentlich nur ironisch gemeint sein, denn hier wird man mehr angeschrien als alles andere. Nach einer harten Woche in der Knochenfabrik kommt das gerade recht.

Leto. – Vor die Hunde (Rookie Records)

Punkrock mit norddeutschem Einschlag, der an Bands wie Turbostaat oder Captain Planet erinnert: Die Hamburger Band Leto liefert mit “Vor die Hunde” ein musikalisch wie textlich überzeugendes Debütalbum auf Rookie Records ab, das trotz der Nähe zu den erwähnten Referenzen jede Menge Eigenständigkeit mitbringt. Hut ab, die Jungs beherrschen ihre Instrumente, spielen gekonnt mit Elementen zwischen Pop-Punk, Indie oder Hardcore und runden ihre Songs mit dem abwechselnden Gesang von Paul und Jannes hervorragend ab.

Muncie Girls – Fixed Ideals (Specialist Subject Records)

Vor zwei Jahren traten Muncie Girls auf den Plan und rollten das Pop-Punk-Feld sozusagen von hinten auf. Die Band wurde für ihr Debüt „From Caplan To Belsize“ zu Recht ordentlich abgefeiert. Auch heute haben die Muncie Girls ihr Gespür für Melodien nicht verloren – leider ist „Fixed Ideals“ aber arg glatt geworden. Fans können mal reinhören, für SchrammelrockerInnen ist das hier aber bis auf wenige Ausnahmen wie „Fig Tree“ zu sehr Breitwand-Pop. Schade.

Thou – Magus (Sacred Bones Records)

Der „Summer Of Thou“ geht zu Ende. Nach vier völlig unterschiedlichen EPs in 2018 ist „Magus“ das nunmehr fünfte Album der Metal-Band aus Baton Rouge. Nach dem Doom-Metal-Opus „Heathen“ von 2014 ist auf der aktuellen Platte ein deutlich größerer Black-Metal-Einfluss zu hören – und das steht der Band ganz hervorragend. Mit 75 Minuten ist „Magus“ keine leichte Kost, aber eine absolut kathartische Erfahrung.