#WirLiebenBlogs – Make Blogosphäre great again

Blogs sind angestaubt? Wohl kaum. Sonst wären wir wohl nicht auf die dämliche Idee gekommen 2018 zwischen Job, Familie und dem Supporten eines Fußballclubs (frei nach Thees Uhlmann) die Schrammel Brothers zu gründen. Schließlich muss sich doch jemand ums das gute Zeug im Spannungsfeld zwischen Garage, Punkrock, Post-Punk, Indie, Power Pop, Psych, Fuzz, Stoner, Doom, Hardcore und Noise kümmern und für euch die Spreu vom Weizen trennen 😉

Aber selbst wir müssen zugeben, dass wir uns die vielen Knaller-Bands hier nicht selbst ausdenken. Die sind schon da – man muss sie nur finden. Nur wie? Scheiß auf den sich immer nur selbst reproduzierenden Spotify-Algorithmus! Zum Glück gibt es immer noch ein paar tolle Musikblogs, auf die man sich verlassen kann. Und Bandcamp und Soundcloud und YouTube. Aber vor allem Blogs. Denn nur die können euch Musik empfehlen wie eine Freundin oder ein Freund.

Daher freuen wir uns, dass sich einige fleißige Kollegen, angelehnt an „Ein ♥ für Blogs“ von Stylespion Kai Müller, aufgerafft haben die Aktion #WirLiebenBlogs ins Leben zu rufen. Und jetzt genug gesabbelt. Das sind unsere Empfehlungen für euch:

Felix: Bierschinken

„18 Jahre Bierschinken!“ steht oben in blutroten Lettern auf der Startseite – 18 Jahre bloggen im Gossen-Style. Seit 2000 erklärt uns das Kollektiv um Fö, Härp, Zwen und wie sie alle heißen, den Punkrock. Aus dem selben Jahr stammt offensichtlich auch das Web-Layout. Was soll man das auch überholen? Das würde schließlich nur Zeit kosten, die man stattdessen viel besser mit Assel-Punk und Dosenbier verbringen kann. Einzigartig sind vor allem die Konzert- und Festivalberichte. Die geraten regelmäßig zu regelrechten Abenteuergeschichten mit gleich mehreren Gonzo-Punker-Erzählern. 2814 sind es schon an der Zahl. Und so lang der dicke Fat Mike singt, ist Bierschinken noch nicht am Ende. Liebe Bierschinken, wir verneigen uns.

Malte: Nicorola

Keine Ahnung wie lange ich bei Nico schon mitlese. Keine Ahnung wie oft ich mich schon gefreut habe, dass ihn nach angekündigten Pausen immer wieder die Leidenschaft gepackt hat, weiterzumachen. Denn seit weit mehr als 10 Jahren schreibt Nico über Musik ins Internet und siebt dabei das Beste aus den Bereichen Indie-Rock, Shoegaze, Folk, Post-Rock und Electronica heraus – auch nachzuhören bei Spotify. Danke Nico, für die vielen Perlen, die du mir über die Jahre in meine Playlist gespült hast.

Daniel: Waste of Mind

Es muss im Emo/Punk/HC-Chat der „MP3 Sharing Plattform“ Soulseek gewesen sein, als ich back in 2000-sonstwas über das E-Zine (Im Punkkontext wurden Blogs nämlich als Electronic Fanzine bezeichnet) wasteofmind.de ungefähr folgendes las: „…da is so ne Webseite, die scheissen auf das ganze P.C. Gehonke á la poisonxfree und da geht neben cheesy BlinkGreenDayBlaBla auch undergroundiger Stuff von Deep Elm, Jade Tree und so…“ Als damals pseudokredibiler Dorfpunk fing mein Herz direkt an zu hüpfen und ab diesem Moment war wasteofmind.de eine der wichtigsten Quellen meiner musikalischen Inspiration. Ich habe unzählige Vorlesungen während meiner sehr ausgedehnten Studentenlaufbahn damit verbracht, den Newsfeed nach mir noch unbekannten Bands zu durchforsten und habe dabei Perlen wie Appleseed Cast, The Explosion oder Planes mistaken for stars entdeckt. Zugegebenermaßen war der look & feel von wasteofmind.de immer sehr „pragmatisch“ aber vollkommen ausreichend, um damals den musikalischen Horizont seiner Leser zu erweitern und neben dem DIY-Punk-Rock Gemeinschaftsgefühl auch ab und an eine Gesellschaftskritik der Marke „Deutschland muss sterben!“ zu tranportieren.