Schrammelfreitag KW20 mit Big Bite, Big Kizz, Big Ups, Courtney Barnett, Parquet Courts, Remember Sports, Stephen Malkmus, Tarantüla, Vitamin X

Ob Fuzz, Punk oder Doom, ob Album oder EP – jeden Freitag haben wir für euch Schrammelplatten, die man sich anhören sollte. Heute mit Big Bite, Big Kizz, Big Ups (alles big heute), Courtney Barnett, Parquet Courts, Remember Sports, Stephen Malkmus & The Jicks und Vitamin X.

Big Bite – Big Bite (Pop Wig Records)

Big Bite ist ein Nebenprojekt von Happy Divings Matt Berry. Und wenn irgendwo Happy Diving drinsteckt, werden wir hellhörig. Überhaupt solltet ihr alle mehr Happy Diving hören. „Big Bite“ ist aber gar nicht so unähnlich – vielleicht bisschen mehr Wipers mit drin, bisschen weniger Krach – und deswegen ebenfalls super.

Big Kizz – Music Is Magic (Tee Pee Records)

Bisschen ungewöhnlicher Sound für Tee Pee Records – bis man rauskriegt, dass hinter Big Kizz u.a. Mitglieder von Graveyard und Witchcraft stecken. Aber Was für eine Stimme bei „Long Distance Calling“, was für eine spaßige Rock’n’Roll-Scheibe.

Big Ups – Two Parts Together (Exploding in Sound)

Big Ups aus New York haben auf ihrem dritten Album das Tempo etwas runtergeschraubt. Trotzdem finden sich darauf immer noch dicke und groovige Post-Hardcore-Bretter wie „Fear“, „PPP“ und „Tell Them“, die vor innerer Spannung nur so platzen.

Courtney Barnett – Tell Me How You Really Feel (Mom + Pop)

Ein Schrammelfreitag, an dem neue Platten von Courtney Barnett UND Parquet Courts rauskommen? Kneif mich mal. „Tell Me How You Really Feel“ ist in allen Belangen etwas größer als Courtneys Debüt und kommt genau richtig für den Sommeranfang.

Parquet Courts – Wide Awake! (Rough Trade)

„Wide Awake!“ ist das bislang abwechsungsreichste Album von Parquet Courts. Groovige Hit-Singles, verpennte Balladen, krachige Punkrocker, Sprechgesang: Hier probiert das Quartett aus New York alles mal aus – und steht jedes mal die Landung. Parquet Courts können einfach alles.

Remember Sports – Slow Buzz (Father/Daughter Records)

Schön schrammeliges Pop-Punk-Juwel mit intimen Lyrics. „Slow Buzz“ ist die dritte Platte der Band aus Philadelphia und bislang auch die beste. Das Schlagzeug klingt hier und da ein bisschen Lo-Fi, aber die Songs sind einfach toll und machen das locker wett.

Stephen Malkmus & The Jicks – Sparkle Hard. (Matador)

SM ist auf „Sparkle Hard.“ so politisch wie: Zeilen wie „Men are scum, I won’t deny“ klingen zunächst ungewohnt, wenn sie aus dem Mund der Inkarnation der ironisch-distanzierten Coolness der 90er Jahre ist. Stehen ihm aber gut. Eine dringend benötigte Platte, die auch noch echt gut geworden ist.

Tarantüla – The Very Best Of Sex and Violence (Deranged Records)

Tarantüla bestehen aus Ex-Mitgliedern von der Hardcore-Punk-Band Cülo aus Chicago – und gehen hier nicht minder wild zu Werke. Schönes Punk’n’Roll-Geboller mit reichlich Motörhead-Vibes.

Vitamin X – Age Of Paranoia (Southern Lord)

„Age Of Paranoia“ von den unterschätzten Amsterdamer Veteranen Vitamin X ist 28 Minuten Oldschool-Hardcore-Punk aus dem obersten Regal. Das wäre ja nicht weiter bemerkenswert, wenn das Teil nicht jede Menge Spaß machen würde. Vor allem aber ist mit „Flip The Switch“ ein absoluter Ripper drauf, bei dem the one and only J Mascis ein Gitarrensolo spielt, das über den kompletten Song geht. Oi!